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Was man zur RSV-Impfung wissen muss !

  • Autorenbild: Praxis-Strandallee
    Praxis-Strandallee
  • 24. Aug. 2025
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Dez. 2025

Quelle: Stellungnahme Robert-Koch Institut, Stand 10.04.2025



RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus, RS-Virus) ist ein Virus, das die Atemwege befällt. Erkrankungen durch das RS-Virus treten gehäuft im Herbst und Winter auf. Die RSV-Saison dauert in der Regel von Oktober bis März.

Menschen, die sich mit dem RS-Virus angesteckt haben, können den Erreger schon einen Tag später auf andere übertragen, auch wenn sie selbst noch keine Krankheitszeichen haben. Die Dauer der Ansteckungsfähigkeit beträgt in der Regel drei bis acht Tage und klingt meist innerhalb einer Woche ab. Frühgeborene, Neugeborene und Menschen mit einer Abwehrschwäche können das RS-Virus jedoch über mehrere Wochen, im Einzelfall über Monate ausscheiden.


Wie wird das RS-Virus übertragen?

RSV wird vor allem über Tröpfcheninfektionen beim Husten, Niesen und Sprechen übertragen.

Auch eine Übertragung durch Schmierinfektionen über verunreinigte Hände und Oberflächen ist möglich.


Welche Krankheitszeichen können bei einer RSV-Infektion auftreten?

Das RS-Virus ruft Atemwegsinfektionen hervor. Eine Erkrankung an RSV verläuft meist leicht und geht mit Krankheitszeichen einer Erkältung einher, wie Schnupfen und Husten. Eine RSV-Erkrankung kann jedoch auch schwer ausgeprägt sein und zum Beispiel zu einer Lungenentzündung führen. Insbesondere bei einer Erstinfektion im Säuglingsalter kann es zu einem schweren Verlauf kommen. Spätere erneute Infektionen verlaufen meist weniger schwer.

Bei Personen aller Altersgruppen mit bestehenden Herz- oder Lungenerkrankungen, Asthma oder schweren Erkrankungen des Nervensystems kann sich der Gesundheitszustand durch eine RSV-Infektion deutlich verschlechtern. Besonders gefährdet sind auch Personen mit einem schwachen Immunsystem. Das Risiko, eine schwere Lungenentzündung durch RSV zu bekommen, ist für diese Personengruppen höher.

Häufiger kommt es zu einer gleichzeitigen Infektion mit anderen Erkältungs- oder Grippeviren.

Personen mit schweren Verläufen müssen zum Teil im Krankenhaus, mitunter auch auf einer Intensivstation behandelt werden. Tödliche Verläufe sind möglich. Jährlich sterben in Deutschland schätzungsweise ca. 2.500 ältere Menschen an RSV, etwa 34.000 müssen hospitalisiert werden.

Es gibt keine medizinische Behandlung, mit der das RS-Virus direkt bekämpft werden kann. Lediglich die Symptome können behandelt werden.


Wer ist durch RSV besonders gefährdet?

Im Erwachsenenalter wurde die Bedeutung RSV-bedingter Atemwegserkrankungen lange Zeit unterschätzt. Personen ab dem Alter von 75 Jahren sind besonders gefährdet, schwer an RSV zu erkranken. Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen tragen ebenfalls ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer RSV-Erkrankung. Dazu zählen zum Beispiel schwere Vorerkrankungen des Herzens oder der Lunge sowie eine Immunschwäche.

Aber auch bei Säuglingen können sich nach einer Ansteckung mit RSV schwere Verläufe entwickeln. Um Säuglinge zu schützen, wird eine RSV-Prophylaxe empfohlen.


Für wen ist die Impfung empfohlen ?

Die STIKO empfiehlt allen Personen ≥ 75 Jahre eine 1-malige RSV-Impfung als Standardimpfung möglichst vor der RSV-Saison (d.h. idealerweise im September/Anfang Oktober).

Außerdem empfiehlt die STIKO Personen im Alter von 60 bis 74 Jahren, die eine schwere Form einer der unten aufgeführten Grunderkrankungen haben oder in einer Einrichtung der Pflege leben, eine 1-malige RSV-Impfung als Indikationsimpfung.


Wer gehört zur Personengruppe mit schweren Grunderkrankungen ?

Eine Impfung gegen RSV ist für Personen ≥ 60 Jahre mit solchen Grunderkrankungen empfohlen, die mit einem deutlich erhöhten Risiko für eine schwer verlaufende RSV-Erkrankung einhergehen.

Dazu gehören schwere Formen von:

  • chronischen Erkrankungen der Atmungsorgane,

  • chronischen Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen,

  • chronischen neurologischen und neuromuskulären Erkrankungen,

  • hämato-onkologischen Erkrankungen,

  • Diabetes mellitus (mit Komplikationen)

  • angeborener oder erworbener Immundefizienz.


Leichte oder unkomplizierte bzw. medikamentös gut kontrollierte Formen dieser Erkrankungen gehen nach jetzigem Wissensstand nicht mit einem deutlich erhöhten Risiko für einen schweren RSV-Krankheitsverlauf einher. Eine Impfung ist in diesen Fällen nicht empfohlen. Eine mögliche Einzelfallentscheidung für die Impfung außerhalb der Empfehlung ist nach individueller Abwägung mit der Ärztin/dem Arzt grundsätzlich möglich.


Wann und wie sollte geimpft werden ?

Die RSV-Impfung sollte möglichst im September/Anfang Oktober erfolgen, um bereits in der darauffolgenden RSV-Saison (Oktober-März) einen bestmöglichen Schutz zu bieten. Es handelt sich um eine 1-malige Impfung. Inwiefern zu einem späteren Zeitpunkt Auffrischungsimpfungen nötig sind, kann auf Basis der aktuellen Datenlage noch nicht beantwortet werden.

Es stehen derzeit zwei proteinbasierte RSV-Impfstoffe sowie ein mRNA-RSV-Impfstoff zur Verfügung. Eine präferenzielle Empfehlung für einen der Impfstoffe kann nicht ausgesprochen werden. Sie sind als gleichwertig zu betrachten.


Nach aktuellem Datenstand ist die RSV-Impfung eine 1-malige Impfung und muss nicht jährlich wiederholt werden. Zur Notwendigkeit von möglichen Auffrischimpfungen kann derzeit noch keine Aussage getroffen werden. Die STIKO wird die Datenlage weiterhin sorgfältig prüfen und ihre Empfehlung ggf. anpassen.


Kann die RSV-Impfung zeitgleich mit der Covid- oder Grippeimpfung erfolgen ?

Die proteinbasierten RSV-Impfstoffe können gleichzeitig mit der saisonalen Influenza-Impfung gegeben werden. Zur Koadministration des mRNA-RSV-Impfstoffes mit der saisonalen Impfung liegen noch keine Daten vor. Bei anderen mRNA-Impfstoffen wie den COVID-19-Impfstoffen wurden bisher jedoch keine schwerwiegenden Unverträglichkeiten bei der Koadministration mit der Influenza-Impfung beschrieben.

Der proteinbasierte RSV-Impfstoff Abrysvo kann zudem gleichzeitig mit einem COVID-19-mRNA-Impfstoff verabreicht werden. Zur simultanen Gabe des anderen proteinbasierten RSV-Impfstoffs Arexvy bzw. des mRNA-RSV-Impfstoffs mit COVID-19-Impfstoffen fehlt es derzeit noch an Studienergebnissen. Gleiches gilt auch für die Koadministration von RSV-Impfstoffen mit anderen als den hier erwähnten Impfungen. Nur aus diesem Grund sollte zwischen der RSV-Impfung und anderen  Impfungen ein mindestens 14-tägiger Abstand eingehalten werden. Sollte dies ärztlich begründet nicht umsetzbar sein, kann eine gleichzeitige Gabe in Betracht gezogen werden. Bisher gibt es hinsichtlich der zeitgleichen Gabe von Totimpfstoffen keine Sicherheitsbedenken. Für weitere Informationen sind die jeweiligen Fachinformation zu berücksichtigen.


Wie wirksam ist die RSV-Impfung ?

Die proteinbasierten und mRNA-RSV-Impfstoffe zeigen in den Studien bei Personen ab 60 Jahre eine hohe Wirksamkeit. Das Risiko für eine durch RSV-bedingte Erkrankung der unteren Atemwege wird durch die proteinbasierten Impfstoffe um etwa 75% reduziert (s. Epid Bull 32/2024).

Die Wirksamkeit des mRNA-Impfstoffes wird hierzu mit 84% von der STIKO als vergleichbar bewertet (s. Epid Bull 15/2025). Auch bei Personen mit Vorerkrankungen zeigt sich bei beiden Impfstofftypen eine hohe Wirksamkeit.

Neue Ergebnisse einer in der Fachzeitschrift Lancet publizierten Studie belegen auch die hohe Wirksamkeit der proteinbasierten RSV-Impfstoffe vor schweren Krankheitsverläufen bei Personen ab 60 Jahre. Demnach wird das Risiko vor schweren Verläufen wie Hospitalisierung, intensivmedizinische Behandlung oder Tod bei Personen dieser Altersgruppe um etwa 80% verringert. Bei Personen ab 75 Jahre und Personen ab 60 Jahre mit Immundefizienz konnten ähnlich hohe Wirksamkeiten gegenüber Hospitalisierung beobachtet werden (79% bzw. 73%). Die Wirksamkeit des mRNA-Impfstoffes vor schweren RSV-bedingten Krankheitsverläufen kann mit den bisher vorliegenden Daten für Personen ab 75 Jahre und Personen ab 60 Jahre mit schweren Grunderkrankungen nicht sicher beurteilt werden.


Wie sicher ist die RSV-Impfung ?

Die RSV-Impfstoffe sind im Allgemeinen gut verträglich und sicher. Es können übliche Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle oder Kopf- und Gliederschmerzen auftreten.

In der Postmarketing-Überwachung der proteinbasierten RSV-Impfstoffe wurde in den USA ein erhöhtes Auftreten von Guillain-Barré-Syndromen (GBS) im zeitlichen Zusammenhang zur Impfung beobachtet (bis zu 25 GBS-Fälle pro 1 Mio. verabreichter Impfungen). Verlässliche Schätzungen zur Höhe dieses Risikos, insbesondere in verschiedenen Altersgruppen, gibt es bisher nicht.

Außerdem wurde ein mögliches Sicherheitssignal für das Auftreten einer Immunthrombozytopenie nach Gabe der proteinbasierten RSV-Impfstoffe erfasst. Bisher konnte allerdings kein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung bestätigt werden.

Beim mRNA-RSV-Impfstoff wird als seltene Nebenwirkung eine periphere Fazialisparese beschrieben, wobei dieses schwere unerwünschte Ereignis in der zugrundeliegenden Studie in der Impfstoffgruppe und der Placebogruppe ähnlich häufig auftrat.

Wie bei allen anderen zugelassenen Impfstoffen auch, erfasst das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) kontinuierlich alle Meldungen mit Verdacht auf eine Nebenwirkung bzw. Impfkomplikation und wertet diese aus. Dieses Vorgehen stellt sicher, dass zukünftige Signale möglichst schnell erkannt werden.

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